Netgear R6120 auf 24v PassivePoE Umbau und Outdoor Einsatz

Moin,

Einige altgediente Router müssen manchmal ausgemistet werden. Ein 3 Jahre im Freifunknetz laufender 842er fiel nun auch darunter. Da ich diesen damals aber mit Antiasina auf PoE Betrieb umgebaut hatte und er in einem selbst gebauten Outdoor Gehäuse draußen seinen Dienst erledigte, war das nur mit etwas Modifikation möglich.

Zunächst musste ein passender Ersatz für wenig Geld gefunden werden. Da war die Wahl sehr schnell auf den Netgear R6120 gefallen. Er hat für gutes Geld gute Specs und kann sicher auch wieder die nächsten 3 Jahre laufen. Zudem passt die Größe des PCB sehr gut in das Outdoor Gehäuse.

Nun galt es diesen auf PoE Betrieb umzubauen und irgendwas mit den 2,4Ghz als auch (nun zusätzlichen) 5Ghz Antennen anzustellen. Mehr nun in Bildern:

Zunächst musste das Gehäuse geöffnet werden. Die 2 Schraublöcher habe ich markiert, danach kann der Deckel abgenommen werden.

Hier präsentiert sich das PCB. Die rechte Seite ist der 2,4Ghz Teil, auf der linken Seite sehen wir den 5Ghz Bereich.

Die Rückseite erzählt uns welche Spannung der Router benötigt

Zunächst wollte ich mich mit den Antennen befassen. Diese haben leider kein RP-SMA was ich aber für den Outdoor Umbau zwingend benötige. Zudem sind die Antennen nicht Rund daher kann ich diese nicht weiter verwenden. Die Kabeldurchführungen der Outdoorbox, welche die Antennen nach Außen führen, würden diese Form nicht Dicht bekommen.

Also habe ich die Antennen komplett auseinander gebaut. Dort ist schön zu sehen wie überhaupt das DualBand in einer Antenne umgesetzt ist. Das weiße Kabel ist für 2,4Ghz, das Schwarze geht auf das PCB und ist für 5Ghz. Das PCB werde ich später weiter verwenden, den 2,4Ghz Teil habe ich davon demontiert.

Da ich leider keine U.FL Pigtails mit RP-SMA hatte musste ich die RF Kabel an die U-FL Buchsen (Anschlüsse) der 2,4Ghz Antennen anlöten. Dies war nur eine Lösung in der Not da ich es einfach fertig machen wollte und einen alten 841er dafür ausschlachten konnte (TP-Links haben oft RP-SMA aber sind an das PCB gelötet) Ich empfehle ansonsten richtige Pigtails für sowas zu verwenden. Das ist einfach ordentlicher. Das Abisolieren und Löten von RF Kabeln ist nun auch nicht grade Trivial und bedarf etwas Übung.

Hier ist ein Kaufen Link für U.FL Pigtails mit RP-SMA.

Dann habe ich mich daran gemacht die Stromversorgung auf PoE umzubauen. Der Router wird über 24v passiv PoE aus einer Nanostation M5 versorgt über den er auch sein Mesh bekommt. Da wir oben gesehen haben, dass der Router mit 12v betrieben werden will müssen wir also 12v “vernichten”. Ein einfacher Widerstand wäre dafür ungeeignet. Er würde regelmäßig abschmieren da er viel zu heiß wird. Es gibt aber günstige StepDown Konverter welche über eine vordefinierte Eingangsspannung eine einstellbare Ausgangsspannung liefern. Ich habe mich für diese entschieden: Amazon Link

Eingebaut ist das recht fix. Ich hatte noch einen passenden Stecker für die Strombuchse. Grundsätzlich kann es aber auch direkt auf das Board gelötet werden. Die Ausgangsspannung habe ich vorher natürlich mit einem Multimeter auf 13v eingestellt (unter Last bricht immer etwas Spannung weg daher 13v).

Hier ist der Aufbau. Ich habe zum Testaufbau einen 24v PoE Injector verwendet. Ich hatte noch “Pseudo” PoE Adapter (Link) in einer Kiste. Da immer 4+5 für Plus und 7+8 für Minus in einem Lankabel verwendet wird können diese Adapter gut verwendet werden.

Den StepDown Konverter habe ich dann auf die Ethernet Buchse geklebt und die Kabel zur Entlastung fixiert.

Dann konnte es schon an den Tausch im Gehäuse gehen. Nein, das Solarpanel hat nichts mit dem Freifunk Knoten zu tun, das lädt meine Batterie für das Garagentor. Links ist die Nanostation, welche den Router mit Mesh und Spannung versorgt.

Hier ist das alte 842er Board. Gut zu sehen ist auch warum ich nun RP-SMA benötigte für die 2,4Ghz Antennen.

Da schon alles Steckfertig vorbereitet gewesen ist war das Board schnell drin. Die 5Ghz PCB Antennen habe ich mit Montageband einfach links und rechts ins Gehäuse geklebt (eingezeichnet).

Das war es auch schon der Router läuft und es ist einer weniger im Netz welcher bald nicht mehr mit Updates versorgt werden kann. Es muss nicht immer ein teurer Outdoor Router sein. Der Umbau hat mich knapp 30 € gekostet und ich hatte noch Spaß am Basteln :slight_smile:

Eventuell plant einer von euch etwas ähnliches oder hat Verbesserungen dann teilt es doch mit uns! :wink:

Hier noch eine kleine Lektüre über den Unterschied von Passiv PoE zu Aktiv PoE.

Grüße
DirkS

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